Tötungsdelikte & Kapitalstrafsachen

Übersicht
Straftaten gegen das Leben
Strafmaß beim Mord

Zu den schwerwiegendsten Verbrechen des Strafrechts zählen die Tötungsdelikte, darunter insbesondere Totschlag und Mord. Verursacht der Täter den Tod eines Menschen, kommen unterschiedliche Delikte mit teils erheblichen Unterschieden im Strafmaß in Betracht (z.B. Mord oder Totschlag).

Die Tötungsdelikte (Totschlag – Mord)

Zwar ist jedem Fall der tatbestandliche Erfolg derselbe (der Tod eines Menschen), jedoch sind Vorsatz, Motiv sowie Art und Weise der Tatbegehung zu klären, anhand dessen die unterschiedlichen Delikte zu prüfen sind. Der Tathergang gestaltet sich je nach Tötungsdelikt unterschiedlich, insbesondere hinsichtlich der subjektiven Tatseite, dem Vorsatz oder der Fahrlässigkeit. Die häufigsten Delikte im Abschnitt der Straftaten gegen das Leben sind:

  • Totschlag (§ 212 StGB)
  • Minder schwerer Fall des Totschlags (§ 213 StGB)
  • Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB)
  • Schwangerschaftsabbruch (§ 218 StGB)
  • Fahrlässige Tötung (§ 222 StGB)

Die Obergrenze des Strafmaßes ist die lebenslängliche Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Bei einem minder schweren Fall des Totschlages im Sinne des § 213 StGB besteht die Strafe aus einer „Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren“, bei der fahrlässigen Tötung nach § 222 StGB wird die Tat mit „Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“. Bei derartig schwerwiegenden Delikten sollte auf jeden Fall auf die Hilfe eines qualifizierten Fachanwalts bzw. im Strafrecht erfahrenen Rechtsanwalts zurückgegriffen werden.

Höchstes Strafmaß beim Mord

Ein besonderer Fall der Tötung ist der Mord (§ 211 StGB). Entgegen einer landläufigen Meinung ist Mord nicht jede vorsätzliche Tötung, die „geplant“ ist. Vielmehr unterscheidet sich der Mord vom Totschlag darin, dass besondere Mordmerkmale die Schwere der Tat ausmachen. Zu diesen Mordmerkmalen gehören folgende Merkmale, die in drei Gruppen eingeteilt werden können:

  • Mordlust
  • Befriedigung des Geschlechttriebs
  • Habgier
  • Sonstige niedrige Beweggründe
  • Heimtücke
  • Grausamkeit
  • Gemeingefährliche Mittel
  • Ermöglichung oder Verdeckung einer anderen Straftat

Liegt mindestens eines dieser Mordmerkmale im Zusammenhang mit der Tötung eines Menschen vor, so kommt eine Verurteilung wegen Mordes in Betracht. Ob letztlich Mord oder „nur“ Totschlag vom Gericht nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme angenommen wird, ist anhand der umfangreichen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs im Einzelfall zu bestimmen. Ein schwieriges Unterfangen, von dessen Ergebnis nicht nur die zu verhängende Strafe in hohem Maße abhängt, sondern beispielsweise auch die Verjährung: Mord verjährt nie, Totschlag dagegen in 20 Jahren. Der Rechtsanwalt als Strafverteidiger oder Nebenklageverteter  in einem Schwurgerichtsprozess wird ebenfalls zu prüfen haben, ob der Tötungsvorsatz nachgewiesen werden kann.

Der Rechtsanwalt kann als Strafverteidiger oder Nebenklagevertreter den Prozess beeinflussen

Angesichts der erheblichen Folgen für den Täter können bereits einzelne Tatbestandsmerkmale im Ermittlungsprozess die Weichen des Strafmaßes zu Gunsten oder zu Lasten des Beteiligten stellen. Auch im Prozess entscheiden viele Faktoren wie die Beweisführung sowie die Bewertung von Zeugenaussagen und Gutachten über den Ausgang, so dass die Arbeit eines Rechtsanwalts bzw. Strafverteidigers einen großen Einfluss auf das Urteil haben kann. Nicht nur aus diesem Grund sollte die Auswahl des Rechtsanwalts auf diesem Gebiet sorgfältig vorgenommen werden im Falle von Mord, Totschlag oder jedenfalls den Tötungsdelikten.

Sollten Sie Beratung oder einen Verteidiger für einen derartig schwierigen Prozess benötigen, kontaktieren Sie uns. Als Fachanwalt für Strafrecht und Strafverteidiger übernimmt Rechtsanwalt Dr. Böttner Ihre Interessenvertretung in Schwurgerichtsverfahren vor dem Landgericht oder in der Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH).