<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Fachanwalt für Strafrecht Dr. Böttner &#124; Rechtsanwalt und Strafverteidiger in Hamburg &#124;  Wirtschaftsstrafrecht Hamburg &#187; Behandlung</title>
	<atom:link href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/tag/behandlung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.strafrecht-bundesweit.de</link>
	<description>Strafrechtkanzlei in Hamburg und Neumünster</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Feb 2012 08:48:28 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>BGH: Verurteilung eines Berliner Schönheitschirurgen teilweise aufgehoben</title>
		<link>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/07/bgh-verurteilung-eines-berliner-schoenheitschirurgen-teilweise-aufgehoben/</link>
		<comments>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/07/bgh-verurteilung-eines-berliner-schoenheitschirurgen-teilweise-aufgehoben/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 10 Jul 2011 08:59:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rechtsanwalt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Arzt]]></category>
		<category><![CDATA[Behandlung]]></category>
		<category><![CDATA[BGH]]></category>
		<category><![CDATA[fettabsaugen]]></category>
		<category><![CDATA[Körperverletzung]]></category>
		<category><![CDATA[operation]]></category>
		<category><![CDATA[Revision]]></category>
		<category><![CDATA[schönheitschirurgen]]></category>
		<category><![CDATA[Strafrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Totschlag]]></category>
		<category><![CDATA[Verurteilung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.strafrecht-bundesweit.de/?p=3343</guid>
		<description><![CDATA[Strafrecht / Arzt / Schönheitschirurgie / Totschlag Quelle: Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs (BGH), Nr. 125/2011 vom 07.07.2011 Die Verurteilung eines Schönheitschirurgen aus Berlin wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchten Totschlag wegen einem vermeintlichen Fehler bei der Behandlung wurde nun teilweise vom BGH aufgehoben. Pressemitteilung: Verurteilung eines Berliner Schönheitschirurgen teilweise aufgehoben Das Landgericht Berlin hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Strafrecht / Arzt / Schönheitschirurgie / Totschlag<br />
<strong>Quelle: Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs (BGH), Nr. 125/2011 vom 07.07.2011</strong></p>
<p>Die Verurteilung eines Schönheitschirurgen aus Berlin wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchten Totschlag wegen einem vermeintlichen Fehler bei der Behandlung wurde nun teilweise vom BGH aufgehoben.</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Pressemitteilung:</span></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Verurteilung eines Berliner Schönheitschirurgen teilweise aufgehoben</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em></p>
<p style="padding-left: 30px;">Das Landgericht Berlin hat den Angeklagten, einen seit 1988 im Fach Unfallchirurgie habilitierten Arzt, wegen Körperverletzung mit Todesfolge in Tateinheit mit versuchtem Totschlag zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt und auf ein vierjähriges Berufsverbot erkannt. Ein Jahr der verhängten Strafe hat es zur Kompensation einer angenommenen Verfahrensverzögerung für vollstreckt erklärt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der Angeklagte nahm in seiner chirurgischen Tagesklinik am 30. März 2006 von 9.00 bis 12.30 Uhr an einer 49 Jahre alten Patientin eine Schönheitsoperation im Bauchbereich, verbunden mit einer Fettabsaugung vor. Der Angeklagte unterließ es, einen für die schwere Operation erforderlichen Anästhesisten hinzuzuziehen. Darüber, dass ein solcher anwesend sein würde, hatte er seine Patientin getäuscht. Dies machte ihre Einwilligung unwirksam und qualifiziert die Operation als Körperverletzung. Nach Überwindung eines Herzstillstandes gegen Ende des Eingriffs unterließ es der Angeklagte bis nach 19.00 Uhr, die Patientin zur notwendigen cerebralen Reanimation in eine Intensivstation eines Krankenhauses zu verlegen. Die Patientin verstarb am 12. April 2006. Die todesursächliche Hirnschädigung war in der Praxis des Angeklagten eingetreten. Die Gefahr des Todeseintritts war für den Angeklagten auf der Grundlage seiner Fähigkeiten vorhersehbar.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der 5. (Leipziger) Strafsenat des Bundesgerichtshofs hat sämtliche Feststellungen des Landgerichts zum objektiven Tatgeschehen und zur Verantwortlichkeit des Angeklagten für den Tod seiner Patientin im Sinne einer Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB) aufrechterhalten. Die Angriffe des Angeklagten gegen diese Feststellungen sind erfolglos geblieben. Indes hat der Senat auf die Revisionen des Angeklagten und des Nebenklägers, des Ehemannes der zu Tode gekommenen Patientin, den Schuldspruch aufgehoben und die Sache an eine andere Schwurgerichtskammer des Landgerichts Berlin zurückverwiesen. Die Beanstandung betrifft die Annahme eines versuchten Totschlags für eine spätere Phase des Tatgeschehens in der Praxis des Angeklagten, als die Patientin bereits unrettbar verloren war. Insoweit hat der Bundesgerichtshof einerseits die unzureichende Prüfung des bedingten Tötungsvorsatzes beanstandet, andererseits die unterlassene Bewertung ausgelassener Rettungschancen unter dem Gesichtspunkt eines versuchten Mordes durch Unterlassen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die neu berufene Schwurgerichtskammer wird demnach den Vorsatz hinsichtlich eines (versuchten) Tötungsdeliktes neu zu prüfen haben.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Auch die Beanstandungen der Staatsanwaltschaft gegen die Strafzumessung und den Strafnachlass hatten Erfolg.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Urteil vom 7. Juli 2011 – 5 StR 561/10</p>
<p style="padding-left: 30px;">Landgericht Berlin – Urteil vom 1. März 2010 – 1 Kap Js 721/06 Ks –</p>
<p></em></p>
<p><em> </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>Karlsruhe, den 07. Juli 2011</em></p>
<p><strong><br />
Dieser Beitrag wurde eingestellt von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht <a title="Portrait" href="../../../portrait">Dr. Böttner</a>, Strafverteidiger aus  Hamburg. Weitere aktuelle Entscheidungen zum <a title="Strafrecht" href="../../../strafrecht">Strafrecht</a> und Strafprozessrecht finden Sie unter <a href="../../../category/aktuelles/">“aktuelles”</a> und unserem neuen <a title="Anwalt &amp; Strafverteidiger Blog" href="http://www.anwalt-strafverteidiger.de/">Anwalt &amp; Strafverteidiger Blog</a> sowie einen Überblick über die Tätigkeitsfelder der <a title="Kontakt" href="../../../kontakt">Kanzlei</a> in den entsprechenden Rubriken.</strong></p>
<div id="crp_related"><br><h2>Ähnliche Beiträge:</h2><ul><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/11/bgh-toetung-eines-homosexuellen-freiers-auf-notwehr-gestuetzter-freispruch-aufgehoben/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: Tötung eines homosexuellen Freiers: Auf Notwehr gestützter Freispruch aufgehoben</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/08/bgh-verurteilung-eines-jugendlichen-wegen-toetung-der-zweitfrau-seines-vaters-aufgehoben/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: Verurteilung eines Jugendlichen wegen Tötung der &#8220;Zweitfrau&#8221; seines Vaters aufgehoben</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2012/01/bundesgerichtshof-bestaetigt-urteil-wegen-mordes-an-einem-19jaehrigen-iraker-in-leipzig/" rel="bookmark" class="crp_title">Bundesgerichtshof bestätigt Urteil wegen Mordes an einem 19jährigen Iraker in Leipzig</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/08/bgh-revision-gegen-verurteilung-eines-chefarztes-wegen-bestechlichkeit-und-betruges-verworfen/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: Revision gegen Verurteilung eines Chefarztes wegen Bestechlichkeit und Betruges verworfen</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/06/bgh-tod-eines-unterernaehrten-babys-muss-erneut-aufgeklaert-werden/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: Tod eines unterernährten Babys muss erneut aufgeklärt werden</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/06/bgh-verurteilungen-im-ruesselsheimer-eiscafe-mordprozess-sind-rechtskraeftig/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: Verurteilungen im Rüsselsheimer Eiscafé-Mordprozess sind rechtskräftig</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/11/bundesgerichtshof-entscheidet-ueber-irrtuemliche-notwehr-bei-toetung-eines-polizeibeamten/" rel="bookmark" class="crp_title">Bundesgerichtshof entscheidet über irrtümliche Notwehr bei Tötung eines Polizeibeamten</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/10/freispruch-nach-messerattacke/" rel="bookmark" class="crp_title">Freispruch nach Messerattacke</a></li></ul><br></div><div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="small" href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/07/bgh-verurteilung-eines-berliner-schoenheitschirurgen-teilweise-aufgehoben/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/07/bgh-verurteilung-eines-berliner-schoenheitschirurgen-teilweise-aufgehoben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bundesgerichtshof stärkt Patientenwillen</title>
		<link>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/08/bundesgerichtshof-staerkt-patientenwillen/</link>
		<comments>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/08/bundesgerichtshof-staerkt-patientenwillen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 08:01:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rechtsanwalt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Behandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Patient]]></category>
		<category><![CDATA[Patientenverfügung]]></category>
		<category><![CDATA[Patientenwillen]]></category>
		<category><![CDATA[Totschlag]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.strafrecht-bundesweit.de/?p=2179</guid>
		<description><![CDATA[Strafrecht / Aktuelle Nachrichten Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass der Abbruch einer lebenserhaltenden Behandlung eines nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten auf der Grundlage seines Patientenwillens nicht strafbar ist. Es handele sich hierbei nicht um einen strafbaren Totschlag, sondern um straflose sog. passive Sterbehilfe. Damit stärkt der BGH den Patientenwillen. Indem er auf Behandlungswünsche und den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Strafrecht / Aktuelle Nachrichten</p>
<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass der Abbruch einer lebenserhaltenden Behandlung eines nicht mehr entscheidungsfähigen Patienten auf der Grundlage seines Patientenwillens nicht strafbar ist. Es handele sich hierbei nicht um einen strafbaren Totschlag, sondern um straflose sog. passive Sterbehilfe.<br />
Damit stärkt der BGH den Patientenwillen. Indem er auf Behandlungswünsche und den mutmaßlichen Patientenwillen abstellt, werden auch solche Patienten erfasst, die keine Patientenverfügung, also eine schriftliche Festlegung möglicher Behandlungen im Krankheitsfalle, getätigt haben.<br />
<em>(Urteil vom 25. Juni 2010 – 2 StR 454/09)</em></p>
<p><strong>Dieser Beitrag wurde eingestellt von Rechtsanwalt und Fachanwalt für              Strafrecht <a title="Portrait" href="../../../portrait">Dr. Böttner</a>, Strafverteidiger aus              Hamburg. Weitere aktuelle Entscheidungen zum <a title="Strafrecht" href="../../../strafrecht">Strafrecht</a> und Strafprozessrecht              finden Sie unter <a href="../../../category/aktuelles/">“aktuelles”</a> sowie einen              Überblick über die Tätigkeitsfelder der <a title="Kontakt" href="../../../kontakt">Kanzlei</a> in den entsprechenden Rubriken.</strong></p>
<div id="crp_related"><br><h2>Ähnliche Beiträge:</h2><ul><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/04/zur-abgrenzung-von-strafbarer-koerperverletzung-und-straffreier-selbstgefaehrdung/" rel="bookmark" class="crp_title">Zur Abgrenzung von strafbarer Körperverletzung und straffreier Selbstgefährdung</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/08/bgh-revision-gegen-verurteilung-eines-chefarztes-wegen-bestechlichkeit-und-betruges-verworfen/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: Revision gegen Verurteilung eines Chefarztes wegen Bestechlichkeit und Betruges verworfen</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/06/bverfg-erfolgreiche-verfassungsbeschwerde-eines-im-massregelvollzug-untergebrachten-gegen-medizinische-zwangsbehandlung-zur-erreichung-des-vollzugsziels-rheinland-pfaelzische-gesetzliche-regelung-verf/" rel="bookmark" class="crp_title">BVerfG: Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde eines im Maßregelvollzug Untergebrachten gegen medizinische Zwangsbehandlung zur Erreichung des Vollzugsziels &#8211; Rheinland-pfälzische gesetzliche Regelung verfassungswidrig</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/06/bgh-zum-vorzeitigen-abbruch-einer-ebay-auktion/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: zum vorzeitigen Abbruch einer eBay-Auktion</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/06/bgh-zur-unerlaubten-ausuebung-der-heilkunde-bei-synergetik-therapi/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: zur unerlaubten Ausübung der Heilkunde bei Synergetik-Therapie</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/07/keine-fusion-von-axel-springer-und-prosieben-sat-1-media/" rel="bookmark" class="crp_title">Keine Fusion von Axel Springer und ProSieben-Sat.1 Media</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/12/mehr-oeffentlichkeit-im-kachelmann-prozess/" rel="bookmark" class="crp_title">Mehr Öffentlichkeit im Kachelmann-Prozeß?</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/02/kachelmann-prozess-zwoelf-fragen-und-alice-schwarzer/" rel="bookmark" class="crp_title">Kachelmann-Prozess: zwölf Fragen und Alice Schwarzer</a></li></ul><br></div><div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="small" href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/08/bundesgerichtshof-staerkt-patientenwillen/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/08/bundesgerichtshof-staerkt-patientenwillen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zum Begriff des „Psychotherapeuten“ im Sinne des § 174c Abs. 2 StGB</title>
		<link>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/03/zum-begriff-des-%e2%80%9epsychotherapeuten%e2%80%9c-im-sinne-des-%c2%a7-174c-abs-2-stgb/</link>
		<comments>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/03/zum-begriff-des-%e2%80%9epsychotherapeuten%e2%80%9c-im-sinne-des-%c2%a7-174c-abs-2-stgb/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 08:12:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rechtsanwalt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Alkohol]]></category>
		<category><![CDATA[Behandlung]]></category>
		<category><![CDATA[Heilung]]></category>
		<category><![CDATA[Patientin]]></category>
		<category><![CDATA[Psychotherapeut]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualstrafrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Vergewaltigung]]></category>
		<category><![CDATA[Widmark-Formel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.strafrecht-bundesweit.de/?p=1611</guid>
		<description><![CDATA[Strafrecht / Revision 1. Strafsenat des BGH, Az.  1 StR 426/09 Der Angeklagte wurde vom Landgericht wegen sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Die gegen das Urteil gerichtete Revision hatte beim Bundesgerichtshof (BGH) teilweise Erfolg aus den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Strafrecht / Revision<br />
<strong>1. Strafsenat des BGH, Az.  1 StR 426/09</strong></p>
<p>Der Angeklagte wurde vom Landgericht wegen <a title="Sexualstrafrecht" href="../../../../strafrecht/sexualstrafrecht">sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person</a> in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses zu einer Freiheitsstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Die gegen das Urteil gerichtete Revision hatte beim Bundesgerichtshof (BGH) teilweise Erfolg aus den folgenden Erwägungen:</p>
<p>Der Angeklagte betrieb als ausgebildeter Heilpraktiker seit 1997 ein „Naturheilzentrum“, in welchem er unter Anderem Akupunktur und Homöopathie sowie auch eine Lebensberatung, Heilmassagen und Meditation anbot. Im konkreten Fall war die 23-jährige Patientin in Behandlung beim Angeklagten, da sie in den Augen ihrer Eltern nach Feststellung des Gerichts <em>„an starker Schüchternheit, Minderwertigkeitskomplexen, Ängsten vor Sozialkontakten sowie sexueller Gehemmtheit“</em> litt. Teil dieser Heilung war das Berühren der Patientin im Intimbereich und &#8211; später  bei der Tatbegehung &#8211; auch der Geschlechtsverkehr. Zuvor hatte er der angeklagte Heilpraktiker der schüchternen Patientin Alkohol in größeren Mengen zugeführt (über 2 Promille zum Tatzeitpunkt).</p>
<p>Bei der Beurteilung der Tat und des Strafmaßes war von entscheidender Bedeutung, ob sich die Betroffene in einer „psychotherapeutischer Behandlung“ beim Angeklagten im Sinne des §174c Abs. 2 StGB befand und somit dessen Tatbestand erfüllt ist.</p>
<p>Das Landgericht hatte sich hierbei Teilen der Literatur hinsichtlich der Begriffsbestimmung angeschlossen und die „psychotherapeutische Behandlung“ angenommen:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Dort wird überwiegend die Ansicht vertreten, der Begriff der „psychotherapeutischen Behandlung“ sei im Hinblick auf den Schutzzweck der Norm weit zu verstehen. Ihm werden daher nicht nur Therapien subsumiert, die anerkannten Regeln der Berufsverbände folgen und sich einer der sog. Schulen zuordnen lassen, sondern auch „alternative“ Therapieformen einschließlich zahlreicher Therapie- und Psychotrainingsprogramme, die von Weltanschauungsgemeinschaften und religiös auftretenden Gruppierungen angeboten werden (Fischer, StGB 56. Aufl. § 174c Rdn. 6). Zudem soll es nicht auf eine bestimmte Amtsstellung, Ausbildung und Qualifikation des Täters ankommen (Fischer aaO Rdn. 13; Wolters in SK-StGB § 174c Rdn. 11). Vielmehr sollen auch Behandlungen durch Außenseiter und „Scharlatane“ erfasst werden (Renzikowski in MünchKomm, StGB § 174c Rdn. 2, 21; Lenckner/Perron in Schönke/Schröder, StGB 27. Aufl. § 174c Rdn. 1, 8). Lediglich Veranstaltungen, Kurse und „Workshops“, die allein der Erlernung oder Erhöhung sozialer Kompetenz dienen sollen oder in Selbsthilfegruppen ohne therapeutische Leitung durchgeführt werden, sollen den Tatbestand des § 174c Abs. 2 StGB nicht erfüllen (Fischer aaO Rdn. 6; Renzikowski aaO Rdn. 21). Als Abgrenzungskriterium wird vorgeschlagen, maßgeblich auf die Intention des Opfers abzustellen, d.h. zu prüfen, ob sich dieses zum Zweck der Heilung oder Linderung einer psychischen Beeinträchtigung einer hierauf ausgerichteten therapeutischen Behandlung unterzieht (Laubenthal, Sexualstraftaten, 2000, Rdn. 279).“</em></p>
<p>Der 1. Strafsenat Senat sieht dies jedoch anders und grenzt die Bestimmung des „Psychotherapeuten“ angesichts des verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsgebots nach Art. 103 Abs. 2 GG, das eine Analogie zu Lasten des Täters verbietet, zu Recht weiter ein. Begründet wurde dieses neben dem Bestimmtheitsgebot mit der Tatsache, dass das Gericht auch nicht an die berufliche Stellung oder Qualifikation des Angeklagten in den Tatsachenfeststellungen angeknüpft hatte.</p>
<p>Wortlautzitat aus dem BGH Beschluss:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Im Unterschied dazu lässt sich der Anwendungsbereich des § 174c Abs. 2 StGB eindeutig bestimmen, wenn man als „psychotherapeutische Behandlung“ ausschließlich eine solche ansieht, die von einer Person durchgeführt wird, die berechtigt ist, die Bezeichnung „Psychotherapeut“ zu führen. Dies ist neben Ärzten lediglich Psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten gestattet (§ 1 Abs. 1 Satz 4 PsychThG), nicht aber Heilpraktikern wie dem Angeklagten. Hinzu treten muss, dass sich der Behandelnde wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren bedient, um Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist, festzustellen, zu heilen oder zu lindern, denn nur dann handelt es sich nach der Legaldefinition des § 1 Abs. 3 PsychThG um die Ausübung von Psychotherapie.“</em></p>
<p>Die vom LG angewandte weite Auslegung des Begriffs war fehlerhaft. Eine weite und zu unbestimmte Auslegung verstoße unter Umständen gegen das Bestimmtheitsgebot nach Art. 103 Abs. 2 GG.  Allerdings habe der Gesetzgeber davon Abstand genommen,  den Täterkreis im Sinne des § 174c Abs. 2 StGB  ausdrücklich nach Berufsgruppen zu bestimmen.</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Die vom Senat vorgenommene Auslegung wird schließlich dadurch gestützt, dass der Gesetzgeber in der Begründung des Entwurfs eines Strafrechtsänderungsgesetzes &#8211; § 174c StGB &#8211; vom 21. Juli 1997 selbst über Fälle sexuellen Missbrauchs berichtet, die er als „außerhalb des durch den hier vorgeschlagenen § 174c StGB erfassten Bereichs“ angesiedelt beurteilt. Hierzu werden insbesondere sexuell motivierte Berührungen eines Heilpraktikers im Brust- und Genitalbereich seiner Patientinnen gezählt (BTDrucks. 13/8267 S. 5 f.). Dementsprechend ist bei der näheren Erläuterung des Sinns der gesonderten Regelung des § 174c Abs. 2 StGB allein von der „Konsultation eines Psychotherapeuten“ die Rede (BTDrucks. 13/8267 S. 7).“</em></p>
<p>Die Revision war insofern teilweise erfolgreich.</p>
<p>Allerdings lag nach Auffassung des Senats das vorangegangene Urteil einer falschen Berechung der Blutalkoholkonzentration zugrunde, die zum einen Teilerfolg der Revision führt:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>“Ihr ist allerdings zuzugeben, dass gegen die Feststellung der in diesem Zusammenhang indiziell herangezogenen Blutalkoholkonzentration der Geschädigten von knapp 2,3 Promille methodische Einwände bestehen. Denn das Landgericht hat zwar bei der Berechnung dieses Wertes zu Recht die sog. Widmark-Formel angewandt. Es ist dabei aber von einem Resorptionsdefizit des getrunkenen Alkohols von lediglich 10 % ausgegangen. Dies wäre zwar zutreffend, wenn es um die Frage der Schuldfähigkeit des Angeklagten gegangen wäre. Da die Blutalkoholkonzentration aber im Zusammenhang mit der möglichen Widerstandsunfähigkeit M. S. s festgestellt werden sollte, hätte das Landgericht &#8211; vergleichbar den Fällen eines sog. Nachtrunks (vgl. BGHR StGB § 21 Blutalkoholkonzentration 10; s. auch BGHR StGB § 323a Abs. 1 Rausch 3) &#8211; zugunsten des Angeklagten ein Resorptionsdefizit von 30 % in seine Rechnung einstellen müssen. Es wäre dann zu einer &#8211; für sich genommen noch immer erheblichen &#8211; Blutalkoholkonzentration von mehr als 1,7 Promille gelangt.“</em></p>
<p>Allerdings ist damit jedenfalls nicht auszuschließen, dass die falsche Bemessung der Blutalkoholkonzentration und die Feststellungen hinsichtlich der vom starken Alkohol Einfluss ausgehende Widerstandsunfähigkeit der Geschädigten im Behandlungsverhältnis zu einer fehlerhaften Beweiswürdigung führten. Dies könnte sich zum Nachteil des Angeklagten in der Strafzumessung ausgewirkt haben. Aus diesem Grund war die Revision erfolgreich und der Schuldausspruch zu ändern sowie der Strafausspruch aufzuheben.</p>
<p><strong>Dieser Beitrag wurde eingestellt von Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht <a title="Portrait" href="../../../portrait">Dr. Böttner</a>, Strafverteidiger aus Hamburg. Weitere aktuelle Entscheidungen zum <a title="Strafrecht" href="../../../strafrecht">Strafrecht</a> und Strafprozessrecht finden Sie unter <a href="../../../category/aktuelles/">“aktuelles”</a> sowie einen Überblick über die Tätigkeitsfelder der <a title="Kontakt" href="../../../kontakt">Kanzlei</a> in den entsprechenden Rubriken.</strong></p>
<div id="crp_related"><br><h2>Ähnliche Beiträge:</h2><ul><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/01/strafmilderung-bei-alkoholisierung/" rel="bookmark" class="crp_title">Strafmilderung bei Alkoholisierung</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/05/unterbringung-in-der-entziehungsanstalt/" rel="bookmark" class="crp_title">Unterbringung in der Entziehungsanstalt</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/03/die-gefahrliche-korperverletzung-im-amt-im-sinne-des-%c2%a7%c2%a7-340-abs-3-224-abs-1-nr-2-und-4-stgb/" rel="bookmark" class="crp_title">Die gefährliche Körperverletzung im Amt im Sinne des §§ 340 Abs. 3, 224 Abs. 1 Nr 2 und 4 StGB</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/03/besetzungsruge-%c2%a7-338-nr-1-stpo-und-zu-den-vor-des-menschenhandels-%c2%a7-223-abs-1-s-1-stgb/" rel="bookmark" class="crp_title">Besetzungsrüge § 338 Nr. 1 StPO und zu den Vor. des Menschenhandels § 223 Abs. 1 S. 1 StGB</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/12/zur-verwertung-der-frueheren-zeugenaussage-in-der-hauptverhandlung/" rel="bookmark" class="crp_title">Zur Verwertung der früheren Zeugenaussage in der Hauptverhandlung</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/06/bgh-zur-unerlaubten-ausuebung-der-heilkunde-bei-synergetik-therapi/" rel="bookmark" class="crp_title">BGH: zur unerlaubten Ausübung der Heilkunde bei Synergetik-Therapie</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/01/zum-ruecktritt-vom-versuchten-sexuellen-missbrauch-von-kindern/" rel="bookmark" class="crp_title">Zum Rücktritt vom versuchten sexuellen Missbrauch von Kindern</a></li><li><a href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2011/02/zu-den-anforderungen-der-schuldfaehigkeit-bei-mehr-als-300-promille/" rel="bookmark" class="crp_title">Zu den Anforderungen der Schuldfähigkeit bei mehr als 3,00 Promille</a></li></ul><br></div><div class="plus-one-wrap"><g:plusone size="small" href="http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/03/zum-begriff-des-%e2%80%9epsychotherapeuten%e2%80%9c-im-sinne-des-%c2%a7-174c-abs-2-stgb/"></g:plusone></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.strafrecht-bundesweit.de/2010/03/zum-begriff-des-%e2%80%9epsychotherapeuten%e2%80%9c-im-sinne-des-%c2%a7-174c-abs-2-stgb/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

