Unterschlagung

Übersicht
Der Begriff der Unterschlagung
Eigentum- und Besitzverhältnisse

Der Begriff Unterschlagung

Die Unterschlagung (§ 246 StGB) zählt zu den Eigentumsdelikten, die sich von den Vermögensdelikten dahingehend abgrenzen, dass kein Vermögensschaden im engeren Sinne auftreten muss. So kann bereits eine Unterschlagung nach § 246 StGB vorliegen, wenn sich eine wertlose oder herrenlose (also eine Sache, die nicht im Besitz eines Anderen steht)  Sache zugeeignet wird und infolgedessen kein Vermögensschaden bei einer anderen Person entsteht.

Unter den Begriff der Unterschlagung fallen unter anderem die Tatbestände der verloren gegangenen Sachen, die zum Zeitpunkt der Tat in keinem fremden Besitz stehen. Wann diese Konstellation vorliegt, ist in der Literatur umstritten und hängt von Zeitpunkt der Zueignung und dem Blickwinkel (des Täters oder Opfers) ab. Es können aber auch Sachen unterschlagen werden, die dem Täter anvertraut worden sind, also vom Eigentümer die Verfügungsgewalt über die Sache dem Täter eingeräumt wurde (§246 Abs. 2 StGB). Streitig ist daher, ob der Täter eine Sache lediglich unterschlägt oder sich beispielsweise durch einen „Bruch fremden Gewahrsams“ (Diebstahl) zueignet.

Die Unterschlagung gilt als so genannter „Auffangtatbestand“ für jene Fälle, in denen ein Vermögens- oder Eigentumsdelikt gegen fremde Rechtsgüter in Ermangelung des Eigentums vorliegt, mangels Tatbestandsmerkmal („im fremden Besitz“) nicht vorliegt. Davon unbenommen ist die Unterschlagung kein „Kavaliersdelikt“, sondern im Grundtatbestand mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bedroht, im Falle einer veruntreuenden Unterschlagung im Sinne des § 246 Abs. 2 StGB sogar mit einer Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe.

Bei Unterschlagung prüft der Rechtsanwalt Besitz- und Eigentumsverhältnisse

Aus diesem Grund ist die Unterschlagung in der Praxis durch einen Rechtsanwalt in jedem Fall zu prüfen, auch wenn andere Delikte wie Diebstahl ausscheiden. Problematisch sind ferner der genaue Kenntnisstand des Täters sowie die Bestimmung der konkreten und tatsächlichen Besitz- und Eigentumsverhältnisse. Diese Einordnung ist für den juristischen Laien häufig schwierig, die Beratung bzw. Verteidigung durch einen Strafrechtler kann hier Schaden abwenden.

Auch im Wirtschaftsverkehr bei komplexen Wirtschaftsprozessen eines Unternehmers besteht jederzeit die Gefahr der Unterschlagung einer Sache, die auf dem ersten Blick besitzlos erscheint. Sowohl verlorene oder gefundene Ware als auch heimliche Absprachen/Deals können hiervon betroffen sein.

Problematisch gestaltet sich zudem in der Rechtsanwendung die genaue Abgrenzung der Unterschlagung zu anderen Delikten und Konkurrenzverhältnissen. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Täter durch eine Kette von Handlungen (Diebesgut, Auffinden, Diebstahl, Weiterverkauf) mehrere Delikte vollendet, ohne sich dessen bewusst zu sein. Inwieweit dem Täter in solchen Fällen die konkrete Kenntnis des Sachverhalts überhaupt zugerechnet werden kann, hängt häufig vom genauen Wortlaut dessen Einlassung ab.

Obige Ausführungen zur Unterschlagung können eine Beratung in der Einzelfallbetrachtung nicht ersetzen. Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht Dr. Böttner steht Ihnen für eine weitergehende Beratung, auch für die Strafverteidigung bei Unterschlagung, mit seiner Kanzlei in Hamburg, in Neumünster und auch bundesweit gerne zur Verfügung.