„AlphaBay“- und „Hansa“-Benutzern drohen empfindliche Strafen

AlphaBay“ und „Hansa“, zwei der größten Umschlagplätze für Waffen, Drogen und Kinderpornografie im Darknet, wurden von Ermittlungsbehörden seit mehreren Wochen heimlich überwacht. Wie Europol berichtet, waren an der Aktion Ermittler aus verschiedenen europäischen Ländern sowie das FBI beteiligt. Den Betreibern sowie den Benutzern der Plattformen AlphaBay und Hansa drohen nun in ihren Heimatländern strafrechtliche Ermittlungsverfahren. Dies betrifft auch die deutschen Benutzer.

Kunden von AlphaBay und Hansa drohen Strafverfahren

Die niederländische Polizei hat auf der ehemaligen Webseite von Hansa einen Hinweis geschaltet, nachdem die Seite schon seit dem 20. Juni von den Ermittlungsbehörden kontrolliert wird. Laut Aussage der Ermittler seien dabei auch die Passwörter der Nutzer mitgeschnitten und die Lieferadressen sichergestellt worden. Den Behörden soll es dadurch möglich sein, die Kunden der Darknet-Plattformen zu identifizieren. Dies betrifft auch viele Benutzer, welche die Webseite vor dem 20. Juni nutzten.

Die Seite Hansa soll insbesondere im Drogenbereich aktiv gewesen sein und ist mittlerweile geschlossen. Zwei der mutmaßlichen Administratoren wurden in Deutschland festgenommen. Darüber hinaus wurden Server in Deutschland, den Niederlanden und Litauen beschlagnahmt. Zuvor hatte die Polizei Hansa längere Zeit beobachtet und Informationen über hochrangige Ziele sowie Lieferadressen gesammelt. Europol ist nun im Besitz von ca. 10.000 Adressen von Kunden von Hansa. Ebenso sollen die Ermittler bei der Seite AlphaBay vorgegangen sein.

In Deutschland arbeitet das Bundeskriminalamt eng mit den ausländischen Behörden zusammen, um mögliche Betreiber sowie Nutzer zu identifizieren. Der mutmaßliche Gründer von AlphaBay ist Anfang Juli in Thailand festgenommen worden. Er soll dort mittlerweile in Haft Suizid begangen haben. Ihm war von den Behörden unter anderem der Handel mit Betäubungsmitteln, Identitätsdiebstahl und Geldwäsche vorgeworfen worden.

Den Benutzern von Hansa und AlphaBay droht in den nächsten Tagen Besuch von der Polizei. Erfahrungsgemäß müssen die identifizierten Benutzer von AlphaBay und Hansa mit Hausdurchsuchungen rechnen. Dabei werden regelmäßig alle Computer und Speichermedien beschlagnahmt und ausgewertet.

Welche Strafe droht den Benutzern von AlphaBay und Hansa?

Welche konkrete Strafe im Einzelfall droht, hängt maßgeblich davon ab, was genau auf Hansa oder AlphaBay gekauft oder verkauft wurde und insbesondere in welchen Mengen. Sowohl beim Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln als auch beim Umgang mit Kinderpornografie drohen empfindliche Strafen. Bereits der Besitz kann in diesen Fällen für eine Verurteilung ausreichen. Die Strafen fangen bei hohen Geldstrafen an und gehen bis hin zu langjährigen Freiheitsstrafen.

Momentan ist noch nicht klar, welche Informationen die Ermittlungsbehörden tatsächlich gesammelt haben. Erst durch die Akteneinsicht, deren Beantragung durch einen Rechtsanwalt erfolgen muss, kann daher eine sinnvolle Verteidigung im Einzelfall geplant werden. Potentielle Benutzer von AlphaBay oder Hansa sollten daher so rechtzeitig wie möglich einen Anwalt mit Erfahrungen hinsichtlich Strafverfahren im Zusammenhang mit Darknet-Plattformen kontaktieren, um bereits früh Einfluss auf das Ermittlungsverfahren nehmen zu können.

In vielen Fällen stehen die Chancen auf eine Einstellung des Verfahrens gut. Es gibt verschiedene Verteidigungsstrategien, die auch im Falle von AlphaBay oder Hansa vorgebracht werden können. Zum Beispiel kann häufig nur der entsprechende Internetanschluss durch die IP-Adresse ermittelt werden. Nutzen mehrere Personen einen Anschluss, kann der konkrete Täter kaum festgestellt werden. Dies gilt zumindest solange, wie keine unbedachte Äußerung getätigt wird. Daher gilt auch hier, dass vor Rücksprache mit einem Anwalt unbedingt vom Schweigerecht Gebrauch gemacht werden sollte.

Rechtsanwalt Dr. Böttner berät als Fachanwalt für Strafrecht seit vielen Jahren erfolgreich auf allen Gebieten des Strafrechts. Dazu gehören auch strafrechtliche Themen wie das Betäubungsmittelstrafrecht oder die Kinderpornografie, die in den letzten Jahren einen immer stärkeren Bezug zum Internet aufweisen. Sollten Sie von den Ermittlungsmaßnahmen im Rahmen von Hansa oder AlphaBay betroffen sein, vertritt Rechtsanwalt Dr. Böttner Ihre strafrechtlichen Interessen diskret und kompetent in allen Stadien des Strafverfahrens.

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